on stage: Burlesque – Cabaret Vertigo 2025

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Harpy Fatale sitzt im Spagat auf der Bühne und performt mit einer Schleifmaschine, Funken sprühen über den Boden.

Burlesque: die Kunst der Selbstbestimmung / Cabaret Vertigo in der Schwulen Sau Hannover

Licht aus. Spot on. Willkommen im Cabaret Vertigo. Hier ist die Bühne kein Podest, sondern ein Aushandlungsraum. Hier ist das Publikum nicht unsichtbar, sondern sichtlich schön anzuschauen.
Hier geht es um Körper als Haltung, um Burlesque als Kunstform, die sich dem schnellen Zugriff entzieht. Hier wird nicht die Nacktheit zum fetisch, sondern der Weg dorthin, zu einem Versprechen, das dadurch entzückt sich selbst zu brechen. Im Takt, im Licht, das sich Bricht am Applaus.

Zwei Burlesque-Performerinnen sitzen backstage vor dem Spiegel, umgeben von Make-up und Requisiten, während sie sich auf ihren Auftritt vorbereiten.

behind the scene

Nichts ist so feministisch wie Burlesque. Nicht hie rund heute zumindest. sichtbarer kann Selbstbestimmung kaum sein.
Weil sie den Körper vom Objekt zum Subjekt verschiebt.

Im Cabaret Vertigo geht es nicht darum, zu verführen oder Erwartungen zu bedienen. Die Künstler*innen entscheiden selbst über Narrativ, Tempo und Blickrichtung. Im Unterschied zu klassischen Striptease-Formen ist Burlesque hier keine Dienstleistung.
Sie ist künstlerische Selbstverwirklichung. Der Körper wird Werkzeug, Aussage, manchmal Widerspruch – nie bloßes Objekt des Blicks.

Harpy Fatale eine 80s Aerobic-Queen, eine Chimäre – ein funkensprühender Hyperkörper. Fitnessästhetik meets Exzess. Überzeichnung ist zu wenig für diese kraftvolle Vielheit an Weiblich- und Gleichzeitigkeiten. Kein Zitat, pure Präsenz.
Stärke wird nicht behauptet, sie ist da.

Tronicat la Miez, ein zur Frau gewordene Teufel.
Feuer des Abends. Kraft. Macht. Unerreicht. Ihre Performance ist ein Spiel mit Dunkelheit, sondern deren souveräne Beherrschung.

Mit Candy Pia ändert sich der Rhythmus. 20er-Wasserwellen im Haar, Eleganz in Bewegung. Sie bringt die Wellen in Gang, lässt sie fließen, kippen, zurückkehren. Eine absolute Köstlichkeit, ihr zuzusehen.

Und schließlich 𝑴𝒂𝒔𝒉𝒂 𝑪𝒉𝒂𝒎𝒑𝒂𝒏𝒔𝒌𝒂𝒚𝒂. Das magische Showgirl.
Sie macht aus einem Fliegenpilz ein Spektakel, lässt Laser tanzen, betört.
Magie nicht als Effekt, sondern als Zustand.

Burlesque-Künstlerin Tronicat la Miez steht auf der Bühne und schwingt fließende rote Stoffbahnen in einer dynamischen Performance unter starkem Bühnenlicht.

Durch den Abend moderiert Scotty Bunny. Die böse Zunge.
Der blaue Hase ist vulgär, legendär ordinär und messerscharf.
Moderation wird hier selbst zur Performance:  unbequem lustig, bewusst grenzgängig. Scotty Bunny hält den Abend zusammen, indem nichts geschont wird.

Ein Kontrapunkt dazu ist Tante Sparkles, das Stage Kitten des Abends.
Selbst wenn Sparkles abgeworfene Kleidung einsammelt, verleiht sie ihr Charakter. Prachtvolle Roben oder textile Kunst – alles wird Bühne.
Leichtigkeit zeigt hier Haltung.

Warum Burlesque feministisch ist!

Burlesque wird als feministisch verstanden, weil sie Selbstbestimmung sichtbar macht.
Weil sie den Körper vom Objekt zum Subjekt verschiebt.

Im Cabaret Vertigo geht es nicht darum, zu verführen oder Erwartungen zu bedienen. Die Künstler*innen entscheiden selbst über Narrativ, Tempo und Blickrichtung. Fotoaufnahmen sind nur von akkreditierten und ausgewählten Fotograf*innen gestattet, werden kuratiert und individuell freigegeben. Die Künstler*innen sind nicht Objekt des Blicks, sie sind zu jeder zeit Subjekt.

Im Unterschied zu klassischen Striptease-Formen ist Burlesque hier keine Dienstleistung. Sie ist künstlerische Selbstverwirklichung.
Der Körper wird Werkzeug, Aussage, manchmal Widerspruch – nie Ware.

Gerade darin liegt ihre politische Kraft.

Der kurze Moment, in dem das Staunen hörbar ist. Der Atem, der sich neu sortiert. Cabaret Vertigo. Ein Abend, der Queerness feiert, Körper preist und keinen Widerspruch zwischen Humor und Erotik sieht.

Und vielleicht ist genau das der Kern dieses Abends in der Schwulen Sau Hannover: Dass Burlesque at it’s best. Kraftvoll. Selbsbestimmt.  Gegenwärtig. Wach und die kluge Kunst einer Phantasie..

Körper erzählen.
Humor darf scharf sein.
Und Selbstbestimmung muss nicht ausgestellt werden –
sie steht im Raum, solange das Licht noch nicht ganz erloschen ist.

Burlesque-Künstlerin Harpy Fatale im expressiven Bühnenporträt mit Jester-Kopfschmuck und pinkem Fell vor schwarzem Hintergrund.

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